Faszinierende Schlösserwelt Thüringen

Dornburg

Dornburger Schlösser und Gärten, Saale-Holzland-Kreis

 

Nebenresidenz der Großherzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach. Einzigartiges
Ensemble mit Altem Schloss, Rokoko- und Renaissanceschloss über dem Saaletal,
verbunden mit Schlossgärten. Beliebter Aufenthaltsort Goethes. Wertvolle
Raumkunstwerke im Rokokoschloss

Nur wenige Kilometer von Jena entfernt erheben sich über dem reizvollen Saaletal die drei Dornburger Schlösser auf einem mit Wein bewachsenen Muschelkalkfelsen. Vom Alten Schloss auf der östlichen und dem Renaissanceschloss auf der westlichen Seite gesäumt, bildet das Rokokoschloss die vortreffliche Mitte der einzigartigen Gesamtanlage, deren inspirierende Atmosphäre bereits Goethe schätzte.

Im Jahr 937 wurde die Dornburg erstmals urkundlich erwähnt. Gegen Ende des 10. Jahrhunderts bestand unter den Ottonen eine Königspfalz, deren Standort und Ausmaß bislang jedoch nicht ermittelt werden konnten. Das älteste Bauteil des Alten Schlosses ist ein achteckiger Bergfried einer mittelalterlichen Burganlage aus dem 12. Jahrhundert. Eine Portalinschrift bezeugt die Bautätigkeit der Schenken von Vargula um 1230. Nach der Zerstörung 1451 im Thüringer Grafenkrieg erfolgten 1522 erste Aufbauarbeiten. Unter leitender Mitwirkung des landesfürstlichen Baumeisters Nickel Gromann wurde die Anlage zwischen 1560 und 1573/74 schließlich zu einem Schloss im Renaissancestil umgebaut. Im sogenannten Rittersaal, der ehemaligen Hofstube im Erdgeschoss des Südflügels, sowie dem sogenannten Kaisersaal im ersten Obergeschoss haben sich prachtvolle Holzdecken erhalten. Im sogenannten kleinen Kaisersaal findet man Reste von Wandmalereien.

1995 ging das Alte Schloss in den Bestand der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten über. Zwar hatte da bereits die Instandsetzung der äußerst desolaten Bausubstanz begonnen, doch nun wurde umfassend saniert, die Fassaden nach Originalbefunden hergestellt und der von weitem schon sichtbar schiefe Turm wieder gerade gerückt. Die Arbeiten am und im Schloss sind seit 2004 abgeschlossen.
Herzog Ernst August I. von Sachsen-Weimar plante im Saaletal bei Dornburg eine nie verwirklichte Heerschau nach dem Vorbild des Zeithainer Lagers Augusts des Starken.

Dazu ließ er zwischen 1736 und 1741 nach Plänen von Gottfried Heinrich Krohne das Rokokoschloss als Lustschloss und Feldherrensitz errichten. Ursprünglich war das Schloss mit zwei seitlichen Kavaliershäusern und Pavillons als bauliche Dominante auf dem Felsrücken geplant. Der heutige Baukörper umfasst das zentrale Corps de logis (Wohngebäude). Die Grundrissstruktur wird meisterhaft in die gestaffelte Dachform übergeleitet, welche die Hauptachse betont. Die Talseite erhielt ein rustiziertes Untergeschoss, das zusammen mit der Bastion die militärische Seite des Schlosses als Feldherrensitz unterstreicht.

Die zentralen Gestaltungselemente in den Innenräumen sind bis heute erhalten geblieben und spiegeln die drei wichtigsten Nutzungsphasen wider. Für die Erbauungszeit unter Herzog Ernst August steht die Beletage mit farbigem Stuckmarmor im Festsaal sowie virtuosen Stuckdecken und farblich gefassten Türen und Wandpaneelen. Die klassizistische Raumfassung unter Carl August repräsentiert ein Wohnzimmer in der Beletage mit originalem Mobiliar. Im Untergeschoss ist aus der Zeit Carl Alexanders unter anderem der von ihm 1875 als Speisezimmer eingerichtete zentrale Saal mit weiß-blauen Möbeln und wertvollem chinesischen Porzellan sowie niederländischen Fayencen zu besichtigen. Seit 2009 ist die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten auch Eigentümerin des Rokoko- und des Renaissanceschlosses.

An Stelle des heutigen Renaissance-
schlosses
befand sich eines der ursprünglich sieben Rittergüter Dornburgs. Das zwischen 1539 und 1547 als Herrenhaus errichtete Bauwerk verdankt sein äußeres Erscheinungsbild vorwiegend den Umbauten Anfang des 17. Jahrhunderts. Damals entstanden die Zwerchhäuser mit den markanten Giebeln, neue Fenstergewände und eine horizontale Gesimsgliederung. Bemerkenswert ist das Sitznischenportal mit feinem Reliefdekor. Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach erwarb 1824 das Herrenhaus und ließ es in die Schlossanlage eingliedern. Literarische Bekanntheit erlangte das Renaissanceschloss, als Johann Wolfgang von Goethe sich nach dem Tod des Großherzogs im Sommer 1828 für mehr als acht Wochen dorthin zurückzog. Kurz nach seiner Ankunft schrieb Goethe an den Freund Carl Friedrich Zelter: „Die Aussicht ist herrlich und fröhlich, die Blumen blühen in den wohlunterhaltenen Gärten, die Traubengeländer sind reichlich behangen, und unter meinem Fenster seh ich einen wohlgediehenen Weinberg, den der Verblichene auf dem ödesten Abhang noch vor drei Jahren anlegen ließ und an dessen Ergrünung er sich die letzten Pfingsttage noch zu erfreuen die Lust hatte.

Von den andern Seiten sind die Rosenlauben bis zum Feenhaften geschmückt und die Malven und was nicht alles blühend und bunt, und mir erscheint das alles in erhöhteren Farben wie der Regenbogen auf schwarzgrauem Grunde.“ 1921 in Staatsbesitz übergegangen, wurde 1928 eine Goethe-Gedenkstätte durch die Goethe-Gesellschaft eröffnet. Die durch die Nationale Forschungs- und Gedenkstätten der Klassischen Deutschen Literatur erweiterte Ausstellung kann man heute im Renaissanceschloss besichtigen.
Wie das Gedenken an Goethe sind auch die von ihm bewunderten Gärten geblieben. Im Lauf der Zeit sind sie gewachsen und verändert worden. Sie umfassen neben dem Landschaftsgarten vor dem Renaissanceschloss den Eschen- sowie Rosengang vor dem Rokokoschloss, die Weinberge am Felshang mit Wegen und Bastionen sowie den Obst- und Grasegarten am Alten Schloss. Den Garten vor dem Rokokoschloss ließ man in den 1960er Jahren erneuern. 1999 wurde schließlich das Weinberghäuschen unterhalb des Renaissanceschlosses wiedererrichtet. Traditionell wird in Dornburg das Rosenfest zur Zeit der Rosenblüte gefeiert.

Kontakt

Schlossverwaltung
Dornburger Schlösser

Frau Dr. Rödenbeck
Max-Krehan-Straße 2
07774 Dornburg-Camburg

T: 03 64 27/21 51 30
F: 03 64 27/21 51 34
Handy: 01 60/7 44 26 87
schlossverwaltung@dornburg-schloesser.de

Schlösser und Gärten

Parkmöglichkeiten
Parkmöglichkeit 400 Meter entfernt

Renaissanceschloss und Rokokoschloss

Öffnungszeiten
29. Mär-2. Nov: täglich außer mittwochs 10-17 Uhr

T: 03 64 27/2 22 91
F: 03 64 27/2 01 53

während der Öffnungszeiten Führungen über die Schlossverwaltung (zwei verschiedene Kostümführungen ) oder über Dornburg Tourist

Eintrittspreise
Renaissance- und Rokokoschloss jeweils Erwachsene 2,50 Euro
ermäßigt 2,- Euro
Schüler 1,- Euro

Dornburger-Schlösser-Kombiticket:
Erwachsene 4,- Euro
ermäßigt 3,- Euro
Schüler 2,- Euro

Dornburger Schlossgärten

ganzjährig von 7 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet     
Eingang zum Schlosspark

Restaurant
T: 03 64 27/ 704 63

www.dornburger-schloesser.de

Schlosstag statt Schließtag – montags nach Dornburg!

Anfahrt

 

Die Zufahrt zu den Dornburger Schlössern aus dem Saaletal (B 88) ist für PKW wieder freigegeben. Reisebusse nutzen bitte weiterhin die Umleitung aus Richtung Jena (über den Jägerberg und Rödigen, Lehesten) und bzw. aus Richtung Camburg (über Eckolstädt, Wormstedt).

Eine Anfahrtskizze können Sie hier downloaden.

Dornburger Schlössernacht 2014